Pflegepersonal

Stationsvorstellung

Die Informationsgesellschaft macht auch vor dem Krankenhaus nicht halt. Das Jahr 2000, so scheint es, gibt Anlass über die Pflegezukunft nachzudenken. Häufig werden diffuse Ängste und Unsicherheiten geäußert. Der Fortschritt, bezogen auf die patientenorientierte Pflege ist nicht mehr aufzuhalten. Es stellt sich vor allem die Frage, wie wir mit den Veränderungen umgehen, auf diese Einfluss nehmen und auf diese reagieren. Es gilt daher auch im Pflegebereich, Strategien zu entwickeln, um diese Herausforderung anzunehmen. Durch die Einführung des Pflegeprozesses im Anaesthesiologie- und Intensivbereich, kann im Allgemeinen ein Pflegeablauf, ein Pflegehergang oder eine Pflegeentwicklung, der sich auf das Fortschreiten des Pflegeprozesses bezieht, nachvollzogen werden. Eine solide Basis bietet dafür auch das Pflegeleitbild – AKH, das Richtlinien zur Unterstützung der eigenen Berufsidentifikation und deren Grundwerte in der Pflege vermittelt.
Abb. 1
Der korrekte Umgang mit dem Pflegeprozess und den Pflegediagnosen wird in Zukunft eine wesentliche Grundlage für die moderne Pflegequalitätssicherung und Pflegedokumentation darstellen. Die Systematisierung der Pflege soll damit erleichtert und eine Objektivierung der konkreten Leistungserbringung ermöglicht werden.
Ungeachtet der Verknappung der Personalressourcen und Ausweitung des Pflegeaufwandes im gesamten Anaesthesiologie- und Intensivbereich, konnte die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Zufriedenheit der Patienten gesteigert werden. Speziell im Anaesthesie – OP-Bereich konnte eine Patientenzufriedenheit von 65 % festgestellt werden. Der Anaesthesiologie- und Intensivbereich dient der teilstationären und stationären Unterbringung von Patienten, die der chirurgischen und intensivmedizinischen Versorgung bedürfen, eine Betteneinheit für Schwerstkranke. Es sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sowohl die Intensivbehandlung, als auch die Intensivüberwachung nicht nur durch eine erhöhte Behandlungsintensität, sondern auch durch eine erhöhte Pflegeintensität charakterisiert ist. Dies äußert sich in höherem Betreuungs- und Pflegezeitaufwand im eigenverantwortlichen und mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich.
Abb. 2
Intensivstationen unterscheiden sich in der medizinisch - pflegerischen Zielsetzung durch das zu betreuende Patientenklientel, deren Krankheitsartenstruktur und der daraus resultierenden Behandlungs- und Pflegeintensität - "Intensivstation ist nicht gleich Intensivstation". Diese Sachverhalte müssen bei Personalplanungen Berücksichtigung finden. Mit der Einführung von TIPPS an den Intensivstationen ist eine Methode entwickelt, welche zur täglichen Leistungserfassung im Intensivbereich geeignet ist. Die bisherigen Erfahrungen im praktischen Einsatz sind sehr zufriedenstellend, die Ergebnisse plausibel und nachvollziehbar. Die Personalentwicklung im Anaesthesiologie- und Intensivbereich wird laufend durch die Förderung der persönlichen Fähigkeiten der Mitarbeiter durch Fort- und Weiterbildung gewährleistet. Der Zweck ist die Erhaltung und Steigerung der Lebensfähigkeit des Organisationsablaufes bei gleichzeitiger Steigerung der Zufriedenheit im Blickfeld der Mitarbeiter. Die Grenzen des Machbaren in der Anaesthesie- und Intensivpflege werden durch die strukturellen Rahmenbedingungen, durch die disziplinären Arbeitssituationen und die Grundeinstellungen der Mitarbeiter vorgegebenA
Abb. 3
Es gibt weder einen Königsweg zu neuen Ufern der Pflege, noch das ideale Ufer für den Pflegebereich. Vielmehr entwickeln sich Modellversuche heraus, wobei unter anderem die Verfügbarkeit qualifizierten Pflegepersonals auf dem regionalen Arbeitsmarkt, krankenhausspezifische Interessenslagen, Anstöße und Erfordernisse aus dem Stationsalltag, sowie jeweils konkrete fachliche, berufspolitische und soziale Interessen beim Pflegepersonal auf allen Ebenen der Krankenhaushierarchie von Bedeutung sind.